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Der frühere Ambri- und Langnau-Stürmer John Fust (37) übernimmt in der kommenden Saison das Traineramt bei den SCL Tigers. Mit imponierender Aufbauarbeit formte der Kanada-Schweizer in den letzten drei Saisons den EHC Visp zum NL B-Leader.
Theoretisch ist Mitte April in der Ligaqualifikation ein Duell zwischen den SCL Tigers und Visp um den zwölften und letzten Platz in der National League A für die kommende Saison möglich. "Ich erwarte, dass John seine Arbeit bis zum Schluss professionell erledigt, selbst wenn es tatsächlich so weit kommen sollte. Das wird John auch tun. Denn er möchte sich als Trainer noch viel mehr beweisen als er es bis heute bereits getan hat", sagt Sébastien Pico, der Sportchef des EHC Visp.

Im Interview spricht John Fust über seine zukünftige Aufgabe, mit der er sich einen schon lange gehegten Wunsch erfüllt. Bereits 1999 als Spieler in Langnau hatte er auf seiner Autogrammkarte vermerkt, dass er eines Tages Trainer bei den SCL Tigers werden wolle.
John Fust, wie kam das Engagement beziehungsweise Ihre Rückkehr zu den SCL Tigers zu Stande?
"Mit Langnaus CEO Ruedi Zesiger pflege ich sehr gute Beziehungen. Er hatte mich als Manager bereits 1997 als Spieler nach Langnau geholt."
Was reizt Sie an der Aufgabe in Langnau?
"Es ist ein schwieriger Job, eine riesige Herausforderung. Langnau hat die schlimmste Zeit hinter sich. Die Zukunft sieht besser aus. Allerdings ist klar, dass es nur kleine Schritte nach vorne geben kann."
Wie beurteilen Sie zum heutigen Zeitpunkt die Kadersituation bei Langnau, falls der Klub erstklassig bleibt? Es stehen ja bereits einige weitere Abgänge fest.
"Abgänge gehören zur Sportkultur. Der Davoser Trainer Arno Del Curto sagt, alle seien ersetzbar, Spieler und Trainer. Die Gebrüder Moggi, die in schwierigen Zeiten unterschrieben haben, Christian Moser oder Camenzind - das sind etablierte Spieler, die bleiben werden und dem Team Leadership demonstrieren können. Junge, hoffnungsvolle Spieler werden dazu kommen, die sehen, dass man sich in Langnau entwickeln kann und Eiszeit erhält.
Wen nehmen Sie aus Visp nach Langnau mit?
"No comment. Als Trainer bin ich immer noch in Visp tätig."
Was war und ist Ihr Erfolgsrezept in Visp?
"Wir haben in drei Saisons eine Leistungskultur aufgebaut. Es war eine Arbeit für die Dauer eines Jahres, sondern ein Prozess über drei Saisons, um eine Winner-Mentalität aufzubauen. Unser Plus in Visp ist, dass wir richtig Spass an der Arbeit entwickeln konnten. Meine Stärken liegen in der Kommunikation. Ich trainiere nicht Eishockey-Spieler, sondern Menschen. Wenn ich das Maximum aus einem Spieler rausholen will, muss ich ihn auch neben dem Eis 'spüren'. Dadurch stelle ich die Grundlagen zur Motivation her. Ich hatte früher an der amerikanischen Universität in Princeton zwei Jahre lang Psychologie studiert."
Visp will im Gegensatz zu Lausanne nicht unbedingt aufsteigen.
"Das Ziel des Klubs für diese Saison war ein Rang in den ersten vier nach der Qualifikation. Ich denke, dass alles möglich ist. Und schliesslich habe ich als Spieler mit Herisau und Langnau schon Aufstiege erlebt."
Und wenn es in der laufenden Saison zur Ligaqualifikation zwischen Visp und den SCL Tigers käme?
"Diese Möglichkeit stufe ich als sehr gering ein. Tatsache auf jeden Fall ist, dass mein Vertrag in Langnau auf alle Fälle auch für die National League B gültig ist."
Bei den SCL Tigers ist nach einem ansprechenden Herbst im neuen Jahr der Faden komplett gerissen. Dies quasi, seit Christian Weber auf die nächste Saison als Trainer der Rapperswil-Jona Lakers offizialisiert wurde.
"Ich bin sicher, dass dies nichts damit zu tun hat. Aus Respekt vor Christians Arbeit bin ich mir auch sicher, dass die Tigers auch wieder zu ihren Stärken zurückfinden werden. Wenn es einmal nicht läuft, ist es wichtig, die Basics wie die defensive Disziplin zu forcieren. So halte ich es in Visp. Spielt man defensiv solid, ist immer auch die Grundlage für eine Steigerung in der Offensive gegeben."