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Mit dem Rücken zur Wand scheint der HC Davos am Stärksten. Viermal allein in den letzten drei Jahren musste das Team von Trainer Arno del Curto eine Playoff-Serie über sieben Spiele bestreiten, und viermal gingen die Bündner als Sieger hervor: 2006/2007 auf dem Weg zum letzten Meistertitel in den Viertelfinals gegen die ZSC Lions (nach 1:3-Rückstand) und im Final gegen Bern, ein Jahr später in den Viertelfinals gegen Zug (nach 0:3!) und diese Saison ebenfalls in der 1. Runde gegen Lugano. Es wäre kaum erstaunlich, würde der HCD auch gegen Fribourg den Kopf aus der Schlinge ziehen.
"Das kann ich mir eigentlich auch nicht so genau erklären", antwortete der mit 823 Partien dienstälteste Davoser Marc Gianola auf die Frage, wieso der Rekordmeister in total sechs entscheidenden Spielen seit Einführung der Playoffs noch unbezwungen ist. "Wir haben mittlerweile fast alle viel Erfahrungen in solch hektischen Phasen gesammelt. Wir lassen uns sicher nicht mehr nervös machen und nehmen ein solches Spiel wie jedes andere auch. Vielleicht ist das der entscheidende Faktor", so der Verteidiger.
Auf die "Belle" heute Samstag um den Einzug in den Final blickt Gianola denn auch zuversichtlich voraus: "Wir werden mit viel Spass in dieses Spiel gehen und im Vergleich zu den anderen nicht viel verändern." Verändern müssen die Davoser zumindest gegenüber den letzten beiden Partien wahrlich nicht viel. Mit einer stabilen Defensive, dem überragenden Goalie Leonardo Gianoni, viel Geduld und der nötigen Cleverness im Spiel nach vorne rangen sie Fribourg zweimal nieder und glichen die Serie zum 3:3 aus.
Auf die Besonderheiten eines siebten Spiels freut sich auch Fribourgs Verteidiger Franco Collenberg: "Es entscheidet nicht die Kraft, nicht die Technik oder das Tempo, sondern einfach jenes Team, das die Nerven behält." Und deshalb sei er sehr optimistisch, sagte der 23-Jährige, der im Schlussabschnitt des sechsten Spiels eine grosse Chance zum 1:1 vergeben hatte.
Fribourg hat in diesen Halbfinals bereits bewiesen, dass es in Davos gewinnen kann (2:1 im dritten Drittel) und darf durchaus mit Zuversicht nach Davos reisen. Zweimal fehlte Fribourg zuletzt nicht viel, um Davos ein viertes Mal zu bezwingen und den ersten Finaleinzug seit 1994 zu realisieren. Einzig im Powerplay (12 Minuten ohne Ertrag) versagte Gottéron in Spiel 6. "Ich will sicher niemandem einen Vorwurf machen", so Collenberg. "Wir haben es versucht und es hat einfach nicht geklappt."
Während Davos aus dem Vollen schöpfen kann, wird Fribourg wohl ohne die Stürmer Geoffrey Vauclair und Andrej Bykow auskommen müssen. Der Sohn von Gottéron-Legende Slawa Bykow stieg angeschlagen ins letzte Spiel und musste schliesslich nach dem ersten Drittel mit Schwindelgefühlen forfait erklären.