Bern bleibt in den diesjährigen Playoffs weiter ungeschlagen. Das Team von Larry Huras gewann das erste Finalspiel gegen Genf-Servette 3:2 nach Verlängerung. Der Topskorer und Rekord-Internationale Ivo Rüthemann sorgte nach 69 Sekunden für die SCB-Führung in der Serie. Der Ostschweizer übernahm eine Vorlage von Jungstar Roman Josi, der bei allen drei Toren seinen Stock im Spiel hatte und bezwang Tobias Stephan mit einem platzierten Abschluss. Rüthemann löste damit riesige Begeisterung unter den Fans aus, noch zehn Minuten nach Matchende skandierte die beeindruckendste Stehplatzwand Europas den Namen Rüthemanns, der dem SCB den ersten Sieg im vierten Saisonheimspiel gegen Genf-Servette gesichert hatte.
Genfer Wende...
Müsste man einem Laien einen Teil des Erfolgssystems von Chris McSorleys Equipe erklären, könnte man den 2:1-Führungstreffer als Beispiel heranziehen. Die Genfer kamen in der eigenen Zone an den Puck, Verteidiger Martin Höhener lancierte mit einem Steilpass bis an die gegnerische Zone Chris Rivera, der spielte direkt weiter zu Reto Suri, der schliesslich Backhand vollendete. Dieses schnörkellose Spiel hatte die Berner im dritten Abschnitt schon vorher vor Probleme gestellt, speziell nach dem Ausgleich durch Morris Trachsler, der eine magistrale Vorlage von Jeff Toms veredelt hatte (42.).
... und Berner Reaktion
Bern wäre aber nicht das beste Team der Qualifikation und vom speziellen Bären-Spirit beseelt, wenn sich das Team von Larry Huras durch diesen doppelten Fehltritt hätte entmutigen lassen. Der Favorit wankte zwar, fiel aber nicht und verstärkte die Offensivbemühungen weiter. Und wurde 331 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit belohnt: Simon Gamache, der zusammen mit Christian Dubé und Tristan Scherwey die vermutlich klar stärkste vierte Reihe in helvetischen Eisrinks bildet, lenkte einen Schuss von Travis Roche von der blauen Linie unhaltbar zum 2:2 aus.
Ausgeglichene Startphase
Als sich männiglich bereits mit torlosem Zwischenstand nach zwei Dritteln abgefunden hatte, sorgte Jean-Pierre Vigier für den ersten kollektiven Jubelschrei in der PostFinance-Arena. Der ehemalige Genfer und Aggressivleader wurde von Josi gut lanciert, zog los und überwand schliesslich Stephan mit einem platzierten Schuss ins hohe Eck. 64 Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts realisierte der Favorit so die Führung, die trotz eines Schussverhältnisses von 14:14 nicht unverdient war, da der SCB insgesamt leicht initiativer agierte.
Nur die kühnsten Optimisten unter den Berner Fans hatten wohl gehofft, nach den problemlosen Erfolgen gegen die inferioren Luganesi und Kloten (beide 4:0) würde es auch gegen die Genfer von Beginn weg so weitergehen. Die Cracks von Chris McSorley, die auf dem Weg ins Endspiel gegen Fribourg-Gottéron und Zug fünf Partien verloren hatten, zeigten von der ersten Puckeingabe, dass sie bislang weder physisch noch mental zu viel Kraft verbraucht hatten und die fünf Tage seit der 7:2-Gala in der Zuger Herti bestens zur Regeneration genutzt hatten.
Körperbetonte Genfer
Mit sehr körperbetontem Spiel setzte das diszipliniert auftretende, vom glänzend inspirierten Goran Bezina angetriebene Genfer Ensemble zahlreiche Duftmarken und zwang die Berner zu viel Aufwand für wenige Torchancen (Roman Josi, Thomas Ziegler, Travis Roche).


