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Der erste Event gespielt!

Am Samstag startete in Fribourg eine Weltpremiere – die Virtual National League. Wie in der NL A wird der Schweizer Meister im Eishockey erkoren, nur halt auf einer Videokonsole. Doch das ist nicht der einzige Unterschied: Die Spieler zum Beispiel sind so unbekannt, dass sie von der Polizei für Randalierer gehalten werden.

Es gibt grosse Unterschiede zwischen der virtuellen und der realen Welt. Da kann auch das realististe Videogame nichts daran rütteln. Als die virtuelle ZSC-Mannschaft, sie nennen sich selber das schwerste Team der Virtual-League, nicht etwa aus dem Mannschaftsbus, sondern aus dem Bus der öffentlichen Verkehrsmittel stieg, wurden sie nicht von Hockeyfans, sondern von der Polizei erwartet. Statt Anfeuerungsrufe gab es erstmal eine Personenkontrolle. Pioniere haben es immer etwas schwerer. Und Pioniere sind die Spieler der Virtual National League. Denn sie nehmen an einem weltweit einmaligen Projekt teil: Der Virtual National League.

NL A endlich auch im Videogame

Was bei König Fussball schon länger der Fall ist, hat beim Eishockey etwas gedauert. Aber bei NHL 2010 können endlich auch alle Schweizer Teams in einem Videogame gespielt werden – und das nicht nur zur Freude der Fans, sondern auch der National Leauge. Diese reagierte sofort und rief die Virtual National League (VNL) ins Leben. Das Konzept: Originaler Spielplan, originale Clubs – nur die Spieler sind nicht original, sondern von jedem Team der NL A gecastet worden. In Fribourg trafen sich die Mannschaften nun ein erstes Mal, um die ersten Runden zu spielen.

Virtuelles Spiel - reale Stimmung

Nach der Polizeikontrolle trafen die ZSC-Spieler auf ihre Gegenspieler. Zum Beispiel auf Christof, 19 Jahre alt, Spieler für Zug und bei seinem ersten Einsatz gleich Doppeltorschütze: «Hier lernt man andere Fans kennen und hat es gut mit ihnen.» Ganz emotionslos geht die Sache aber nicht ab. Bei jedem Treffer wird gejubelt, wie bei den realen Vorbildern. Und weil immer alle Teams gleichzeitig im Einsatz sind – und das nicht hunderte Kilometer entfernt, sondern dicht gedrängt in einem Festzelt neben der Patinoire – schreit und brüllt meist immer irgendwer. Ganz reale Stimmung, in der VNL.

Erstaunliche Resultate

Die virtuellen Klotener sind einiges besser aus den Startlöchern gekommen als ihre realen Teamkollegen und führen die Tabelle nach 7 Runden souverän an. Der reale Tabellenführer Davos muss virtuell noch einigen Boden gutmachen. Zweimal schaffte man es wenigstens in die Overtime – Siege sind bisher aber Fehlanzeige. «Wir gehören wohl zu den schlechteren Teams hier», stapelt der 25-jährige Davoser Dänu nicht zu tief.

 

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